Passivität versus Hysterie in Zeiten der Not

Muss es wirklich eine der Seiten sein? Oder gibt’s auch einen goldenen Mittelweg?

 

Die momentane Not wird von den Menschen ganz unterschiedlich eingeschätzt und auch gehandhabt. Dennoch bleibt die Tatsache unveränderlich, es sterben Menschen in unseren Reihen. Immer wieder begegne ich der Aussage, aber er/sie war schon angeschlagen. Als wäre der Tod durch Corona dann weniger tragisch oder zu betrauern. Ganz so, als ob der Mensch ja sowieso schon in absehbarer Zeit gestorben wäre, da er ja vorbelastet war.

 

Ich glaube, wer dies so schwarz auf weiss hier liest, würde dem nicht beipflichten. Kein Menschenleben spielt eine geringere Rolle durch eine Vorbelastung!

 

Dennoch sprechen wir es unzensiert aus!

 

Ich glaube es gibt in der Schweiz viele Menschen die sensibilisiert sind und ihr Möglichstes tun, nicht nur sich selber, sondern auch Andere vor einer Ansteckung zu schützen.

 

Doch es gibt auch Menschen, die stets alles zu übertrieben finden. Die sich nur bedingt mit der Medien- oder Nachrichtenwelt auseinandersetzen und in ihrer eigenen kleinen, begrenzten Welt leben. Denen würd ich gerne sagen; überlege dir; es träfe deinen Freund, deine Mutter, deinen Vater, deine Grossmutter, deinen Cousin, deinen Göttibueb, deine Tante, deinen Nachbarn oder DICH SELBER. Einer von ihnen läge jetzt gerade im Sterben am Corona Virus, weil sie auf irgendeine Weise vorbelastet sind. Vielleicht haben sie bereits eine Immunkrankheit und daher ein geschwächtes Immunsystem. Vielleicht hatte sie oder er Krebs und entsprechende Behandlungen durchleben müssen und sein Immunsystem ist deswegen angeschlagen…Es gäb hier noch sehr viel mehr auf zu zählen…, es bleibt die Frage: was wäre, wenns dich oder dein dir geliebtes nahes Umfeld treffen würde? Wärs dann wohl immer noch so, dass du alles als zu übertrieben empfinden würdest oder würdest du ebenso, wie gegenwärtig schon viele Andere, nicht bereitwillig die Extrameile gehen um dich selber oder deine Liebsten zu schützen?

 

Nein ich bin keine Verfechterin für Hysterie und empfinde auch Hamstereinkäufe alles andere als angebracht oder sinnvoll. 

 

Dennoch appelliere ich für Nachsicht, Umsicht und Weitsicht!

 

Ein geringer Teil der in der Schweiz lebenden Menschen haben wohl schon mal eine vergleichbare Situation erlebt. Wie paralysiert leben wir gerade in einem gewissen Schock-Zustand, da nie dagewesene Massnahmen getroffen werden, die uns drastisch vor Augen führen, die Schweiz wird angegriffen durch einen schier unsichtbaren Feind.

 

Um zu verstehen wie wir ihm begegnen und trotzen können, müssen wir uns mit den gängigen Informationsquellen befassen. Weisungen des BAG’s, Verordnungen aus Regierungsbeschlüssen und/oder Medienmitteilungen helfen, unterstützen und informieren konkret und wohl auch nach bestem Wissen und Gewissen.

 

Wie dankbar wir doch sein können, dass wir in einem Land leben, in dem auch der «hinterletzte» Bewohner auf einfachen Wegen, erreicht werden kann. 

 

So kann ich nur betont sagen; Schweiz hör zu – und handle besonnen!

 

Text: Maya Livers, 14.3.20